Projektbeschreibung

Das Forschungsvorhaben TONIC ist ein interdisziplinäres Verbundprojekt aus Industrie und Forschung, in dem Airbus Helicopters Deutschland als Systemintegrator fungiert. Ziel des Vorhabens ist die Erhöhung der Flugsicherheit und die Vermeidung von Kollisionen zwischen Hubschraubern und unkooperativen Drohnen. Unter der Konsortialführung von Airbus arbeiten spezialisierte Partner – darunter das DLR, HENSOLDT, Kappa optronics, LFT Airborne und die Technische Hochschule Ingolstadt – gemeinsam an der Definition von Systemanforderungen, der Hardware- und Softwareentwicklung sowie der Integration und stufenweisen Validierung bis hin zu realitätsnahen Erprobungen.

Zeitleiste

Mai 2026 - April 2030

Gesamtprojektkosten

N.A.

Geschäftspartner

6

Fördereinrichtungen

Das Forschungsvorhaben TONIC wird gefördert durch das Luftfahrtforschungsprogramm LuFo VII-1

Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie Logo

Die unsichtbare Gefahr im Hubschrauber Rettungseinsatz

Herausforderung

Die drastische Zunahme unbemannter Luftfahrtsysteme birgt erhebliche Risiken für den bemannten Flugverkehr. Besonders kritisch ist die Situation für tieffliegende Rettungshubschrauber im bodennahen Einsatz, etwa beim Landeanflug auf eine Unfallstelle. Kleinere, kommerzielle Drohnen ohne aktive Signalabgabe (unkooperative Drohnen) lassen sich durch das menschliche Auge oft nicht rechtzeitig erkennen. Wird eine solche Gefahr erst im letzten Moment gesichtet, erzwingt dies einen sofortigen Abbruch des Landemanövers. Die Suche nach einem alternativen Ausweichlandeplatz kostet wertvolle Zeit und führt oft zu längeren Transportwegen, was die medizinische Erstversorgung von Patienten massiv gefährdet.

Multisensorische Erfassung und KI-gestützte Ausweichassistenz

Lösung

Um dieser Bedrohung zu begegnen, entwickelt das Projektkonsortium ein luftfahrtzulässiges, leichtes und energieeffizientes Erkennungs- und Warnsystem:

Multisensor-Suite: Ein kompaktes Array multispektraler Sensoren ermöglicht ein zuverlässiges DAA (Detect and Avoid) und eine umfassende Luftraumabdeckung – selbst unter schwierigen Umweltbedingungen.

Intelligente Datenverarbeitung: Durch die Kombination konventioneller Logik und datengetriebener Algorithmen werden Sensorsignale mit geringer Latenz verarbeitet und zu einer einzigen Objektverfolgung zusammengeführt.

Prädiktives Assistenzsystem & Cockpit-Schnittstelle: Ein mathematisches Dynamikmodell berechnet Flugpfade voraus und warnt die Besatzung visuell im Cockpit. Die Mensch-Maschine-Schnittstelle unterstützt den Piloten aktiv mit prädiktiven Ausweichszenarien, um den Hubschrauber sicher am Drohnen Hindernis vorbeizuführen.

Maximale Flugsicherheit und Zeitgewinn in Notfällen.

Vorteile

Ziel des neu gestarteten Projekts ist die frühzeitige Gefahrenerkennung durch die automatische und präzise Erfassung unkooperativer Drohnen – noch bevor diese für das menschliche Auge sichtbar sind. Ein aufbereitetes visuelles HMI Konzept soll das Situationsbewusstsein der Besatzung verbessern und so die Arbeitsbelastung in kritischen Flugphasen reduzieren. Durch eine vorausschauende Ausweichführung sollen Kollisionsrisiken rechtzeitig entschärft werden, um unnötige Einsatzabbrüche zu vermeiden und wertvolle Zeit bei lebensrettenden Einsätzen zu erhalten. Damit legt das Vorhaben den Grundstein für leichtgewichtige, modular integrierbare Detect-and-Avoid-Systeme (DAA) im kommerziellen sowie behördlichen Hubschraubereinsatz.

Geschäftspartner

  • Airbus Helicopters Deutschland GmbH
  • Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt e.V.
  • HENSOLDT Sensors Deutschland GmbH
  • Kappa optronics GmbH 
  • LFT Airborne GmbH
  • Technische Hochschule Ingolstadt